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1921 AD., Germany, Weimar Republic, Jüterbog (town), Notgeld, collector series issue, 50 Pfennig, Grabowski/Mehl 663.1-2/6. Obverse 
State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Jüterbog (Stadt)
Location of issue: Jüterbog (town) (Brandenburg / Brandenburg) Stadt
Date of issue: end of 1921, dated 1.10.1920 AD.,
Value: 25 Pfennig
Size: 86 x 54 mm
Material: paper
Watermark: Verschlungene Quadrate
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: (2)
Printer:
Obv.: .… , Abt Nicolas und der Abtshof.
Rev.: …. , die ehemalige Heilige-Geist-Kapelle und P. Schneidewein.
References: Grabowski/Mehl 663.1-1/6 . 

Jüterbog ist eine Kleinstadt im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg. Der Name hat eine ganze Reihe von Deutungen erfahren. Die Diskussion darüber ist letztlich immer noch nicht abgeschlossen. 
Der Name der brandenburgischen Stadt Jüterbog leitet sich sehr wahrscheinlich vom altslawischen Begriff Jutrobog ab, was sich aus den Wörtern jutro (Morgen) und bog (Gott) zusammensetzt und als „Morgengott“ übersetzt werden kann. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Jahr 1007 als Iutriboc. Historiker gehen davon aus, dass der Name auf eine altslawische Kultstätte zurückgeht, die einst zu Ehren eines Gottes der Morgendämmerung errichtet wurde. 
Im Volksmund kursiert eine bekannte Sage, wonach die Ratsherren gelobt haben sollen, die Stadt nach demjenigen zu benennen, der am nächsten Morgen als Erstes die Stadtgrenze passiert. Dies war angeblich eine ältere Frau namens Jutte mit ihrem Ziegenbock, woraus sich der Name Juttabock bzw. Jüterbog entwickelt haben soll. Letzteres wird von der Forschung jedoch als Mythos abgetan. 
Im Jahr 1007 erwähnte erstmals Thietmar von Merseburg, der Chronist des Erzbischofes Tagino von Magdeburg, die dörfliche Siedlung mit Burgwall als „Jutriboc“. Anderthalb Jahrhunderte nach Thietmars Chronik eroberte der Magdeburger Erzbischof Wichmann den Ort (1157) und wandelte ihn in einen deutschen Burgward um, der Zentrum einer stiftsmagdeburgischen Exklave zwischen der Mark Brandenburg (Askanier) und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg (Askanier) war. Die Exklave entwickelte sich schnell zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum. So erhielt der Ort 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. Nach dem Stadtbrand 1478 wurde der Wiederaufbau durch die Magdeburger Erzbischöfe gefördert. Jedoch forderte die Pest in den Jahren 1637 und 1639 sowie eine damit einhergehende Hungersnot erhebliche Opfer. Die Anzahl der Einwohner sank von 4.000 auf rund 300. Von 1517 an ist nachgewiesen, dass der Ablassprediger Johann Tetzel im Auftrag des Erzbischofs von Mainz an mehreren mitteldeutschen Orten auftrat, darunter in Jüterbog. Dies war ein Anlass, der zu Martin Luthers 95 Thesen führte und damit zur Reformation. Während des Dreißigjährigen Kriegs kam Jüterbog 1635 durch den Prager Frieden an Kursachsen. Am 21. November 1644 besiegten in der Schlacht bei Jüterbog die Schweden unter Lennart Torstensson die Kaiserlichen unter Matthias Gallas, die den Dänen zu Hilfe kommen wollten. Die kaiserliche Armee löste sich dabei faktisch auf. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 lag Jüterbog wie viele andere Städte darnieder und hatte seine alte Bedeutung endgültig eingebüßt. Von 1820 bis 1874 hatte sich die Einwohnerzahl auf etwa 6800 verdoppelt. 
Wappen: Blasonierung: „In von Silber und Rot geteiltem Schild ein springender schwarzer Bock mit goldenen Hörnern und Klauen.“
Wappenbegründung: Das Wappen von Jüterbog veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach. Ursprünglich war das Wappentier ein schreitender Bock mit weiteren Figuren im Wappen, bis ab dem 15. Jahrhundert der springende Bock geführt wurde. Er gelangte offenbar aus dem Bestreben in das Wappen, einen Teil des Stadtnamens als Symbol zu wählen, worum sich die Sage von Jutta und ihrem Bock rankt. Doch hat der Name Jüterbogs nichts mit einem Bock zu tun, vielmehr enthält er die slawischen Wörter bog „Gott“ und jutre „Morgenröte“. 

Der Abtshof war ein Wohnplatz der Stadt Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg. Der Wohnplatz lag nordöstlich des historischen Stadtzentrums und damit nördlich der Stadtkirche St. Nikolai. Seine Lage ist im 21. Jahrhundert durch den ringförmigen Straßenzug Am Abtshof erkennbar, der parallel zur Straße Planeberg verläuft. Dort befindet sich der Abtshof des Klosters Zinna. 
13. bis 16. Jahrhundert: Der Wohnplatz wurde erstmals im Jahr 1365 erwähnt, als in den Akten „das huß vnd den hoff den si haben vff dem pralenberge In vnser Stad und daz huß vnd den houff den si habin vff den pralenberge In vnßer Stad“ hieß. Er war vor 1365 bis 1553 im Besitz des Klosters Zinna und bestand im Wesentlichen aus dem „Haus und Hof“ des Abtes zu Zinna, das vom Rat der Stadt Jüterbog freigegeben war und demnach keine Abgaben leisten musste. Erst 1563 erschien der Wohnplatz erneut: „Inn vnser Stadt Jutterbogk gelegen, der Abtshoff genant“. Es war nach der Reformation zu einer „freien Behausung“ geworden, die ein Braurecht besaß und dem Hofdiener Schönermark gehörte. 
18. bis 20. Jahrhundert: Ein weiterer Nachweis stammt aus dem Jahr 1734. In einer Urkunde heißt es: „dum alii eum nominant montem Praelatorum, den Praelaten=Berg, propterea quod Abbatus monsterii Cinnensis ibi curtem sive domun, vulgo der Abts=Hoff citum“ (sinngemäß: „während er von manchen als Praelaten-Berg bezeichnet wird, handelte es sich um einen Hof, umgangssprachlich Abtshof genannt“). Es bestand im Jahr 1791 als Haus im dritten Viertel der Stadt Jüterbog. Im Jahr 1800 befand sich dort eine Tuchfabrik, in der im Jahr 1846 Baumwolle produziert wurde. Die Gebäude wurden im Jahr 1837 als Enklave von Jüterbog mit einem Etablissement und Maschinenspinnerei geführt. Ihre Spur verliert sich im Jahr 1858, als sie nicht mehr gesondert ausgewiesen wurde und in Jüterbog aufgegangen war. 

Die Heilig-Geist-Kapelle war ein Sakralbau aus dem 12. Jahrhundert in Jüterbog, einer Kleinstadt im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg. 
Der Bau der Kapelle geht auf Wichmann von Seeburg zurück, der von 1154 bis 1192 Erzbischof von Magdeburg war. Er errichtete um 1170 einen rund 20 Meter langen, 8 Meter breiten und rund 27 Meter hohen Bau aus Backstein. Der frühgotische Bau verfügte über eine Dreifenstergruppe an der Ostwand sowie einen für die Zeit typischen, mit Blenden verzierten Giebel. 
Das Bauwerk diente zunächst als Krankenhauskapelle für das an die Stadtmauer angrenzende Heilig-Geist-Hospital. Wohlhabende Bürger unterstützten das Hospital, wie auch das Mönchskloster, da sie sich aus der guten Tat einen Vorteil für ihr Seelenheil versprachen. In der Zeit der Reformation nutzte der Pastor Thomas Schneidewein das Gebäude für seine Predigt – lange bevor die Stadtkirche St. Nikolai errichtet wurde. Schneidewein verschwand spurlos, nachdem er 1528 der dem Protestantismus zugeneigten dänischen Prinzessin Elisabeth, der Ehefrau des Kurfürsten Joachim I., auf der Flucht vor ihrem Ehemann seine Hilfe anbot. Der Spitalbetrieb wurde nach der Reformation im Jahr 1687 eingestellt. In den folgenden Jahrhunderten nutzte die Gemeinde das Bauwerk von 1562 bis 1707 als Kornschüttboden und ab 1838 als Kanonenschuppen. 1873 brannte das Gebäude ab und wurde zwei Jahre später abgerissen. 1883 pflanzte die Gemeinde auf dem nunmehr freien Gelände zum Gedenken an den 400. Geburtstag Martin Luthers eine Luthereiche. Seit 1928 erinnert ein Findling mit einer Gedenkplatte am Fuß des Baums an den Pastor Schneidewein. Bei Straßenbauarbeiten entdeckten Arbeiter im Sommer 2001 einen Teil des umgebenden Spitalfriedhofs. 

Thomas Schneidewein und die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg: 
Ein Skandal im Hause Brandenburg 
Wie sehr die von Luther ausgehende religiöse Bewegung die Menschen in ihrer Zeit bewegte, zeigt sich daran, dass der Streit um die neue Lehre ganze Familien zerriss. Dies betraf auch mächtige Fürstenhäuser wie die Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg. Während Kurfürst Joachim I. (1484-1535) die Reformation ablehnte, war seine Gemahlin eine überzeugte Anhängerin Martin Luthers. Kürfürstin Elisabeth (1485-1555), eine Tochter des Königs Johann I. von Dänemark, Norwegen und Schweden (1455-1513) sowie Nichte der sächsischen Kurfürsten Friedrich III. (1463-1525 und Johann (1468-1532), war 1527 demonstrativ zum neuen Glauben übergetreten und provozierte damit einen Konflikt mit ihrem Gatten. Um einer drohenden Haft zu entgehen, floh die Kurfürstin am 24. März 1528 aus Berlin nach Torgau an den kursächsischen Hof. 
Über den tatsächlichen Fluchtweg Elisabeths ist wenig bekannt. Er dürfte sie aber auch über Jüterbog geführt haben, wo sie möglicherweise kurzzeitig Aufnahme, geistlichen Beistand und Hilfe zur Weiterreise fand. Die älteren Jüterboger Chroniken verbanden diesen Aufenthalt mit einem Überfall brandenburgischer Reiter auf den Prediger Thomas Schneidewein und deuteten diesen als Racheakt des Kurfürsten an einen der Fluchthelfer seiner Frau. 
Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg blieb noch lange im sächsischen Exil, wo sie von ihren wettinischen Verwandten Schloss Lichtenburg (Prettin) als Wohnsitz zugewiesen bekam. Zeitweilig trat sie hier auch in intensiven Kontakt zu Martin Luther. Erste zehn Jahre nach dem Tod ihres Gatten kehrte sie 1545 in das – inzwischen protestantische – Kurfürstentum Brandenburg zurück. 
Thomas Schneidewein: Prediger oder Fluchthelfer? 
Thomas Schneidewein dürfte der unsicheren Überlieferung nach einer der ersten Prediger gewesen sein, die die neue Lehre in Jüterbog vertraten. Über seine Herkunft ist nichts bekannt. Dass Martin Luther ihn als Bruder des Schössers (Verwalters) von Eisenberg bezeichnete, könnte darauf hindeuten, dass er aus Thüringen stammte. Schneidewein war vermutlich 1526 auf Veranlassung des lutherisch gesinnten Stadtrates und mit Erlaubnis des Landesherren nach Jüterbog geholt worden, wo man ihm die Kapellen des Heiliggeistspitals (innerhalb der Stadtmauer am Dammtor) und des Gertraudenspitals (nördlich der Stadt vor dem Zinnaer Tor) als Predigtorte zuwies. 
In den älteren Jüterboger Chroniken wird Thomas Schneidewein unmittelbar mit der Flucht der Kurfürstin von Brandenburg im März 1528 in Zusammenhang gebracht. Demnach soll der Prediger die anonym reisende Kurfürstin kurzzeitig aufgenommen und ihr zur Weiterreise nach Sachsen verholfen haben. Damit hätte er die Rache des brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. auf sich gezogen. Ein Jahr nach der Flucht schlugen die Brandenburger zu: Am frühen Morgen eines Sonntages im März 1529 sollen Schneidewein und seine Helfer von 40 Reitern vor der Gertraudenkapelle überfallen, entführt und nach Berlin verschleppt worden sein. Das anschließende Nacheilen der aufgebrachten Jüterboger Bürger brachte ebenso wenig Erfolg wie die dringenden Nachfragen der Stadt am brandenburgischen Hof. Thomas Schneidewein und seine Gesellen blieben für immer verschwunden.

Schlüsselwörter: Germany Weimar Republic Jüterbog town Stadt Brandenburg Notgeld collector series Pfennig paper saint Nicolas church Madonna Tetzel chest

1921 AD., Germany, Weimar Republic, Jüterbog (town), Notgeld, collector series issue, 50 Pfennig, Grabowski/Mehl 663.1-2/6. Obverse

State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Jüterbog (Stadt)
Location of issue: Jüterbog (town) (Brandenburg / Brandenburg) Stadt
Date of issue: end of 1921, dated 1.10.1920 AD.,
Value: 25 Pfennig
Size: 86 x 54 mm
Material: paper
Watermark: Verschlungene Quadrate
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: (2)
Printer:
Obv.: .… , Abt Nicolas und der Abtshof.
Rev.: …. , die ehemalige Heilige-Geist-Kapelle und P. Schneidewein.
References: Grabowski/Mehl 663.1-1/6 .

Jüterbog ist eine Kleinstadt im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg. Der Name hat eine ganze Reihe von Deutungen erfahren. Die Diskussion darüber ist letztlich immer noch nicht abgeschlossen.
Der Name der brandenburgischen Stadt Jüterbog leitet sich sehr wahrscheinlich vom altslawischen Begriff Jutrobog ab, was sich aus den Wörtern jutro (Morgen) und bog (Gott) zusammensetzt und als „Morgengott“ übersetzt werden kann. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Jahr 1007 als Iutriboc. Historiker gehen davon aus, dass der Name auf eine altslawische Kultstätte zurückgeht, die einst zu Ehren eines Gottes der Morgendämmerung errichtet wurde.
Im Volksmund kursiert eine bekannte Sage, wonach die Ratsherren gelobt haben sollen, die Stadt nach demjenigen zu benennen, der am nächsten Morgen als Erstes die Stadtgrenze passiert. Dies war angeblich eine ältere Frau namens Jutte mit ihrem Ziegenbock, woraus sich der Name Juttabock bzw. Jüterbog entwickelt haben soll. Letzteres wird von der Forschung jedoch als Mythos abgetan.
Im Jahr 1007 erwähnte erstmals Thietmar von Merseburg, der Chronist des Erzbischofes Tagino von Magdeburg, die dörfliche Siedlung mit Burgwall als „Jutriboc“. Anderthalb Jahrhunderte nach Thietmars Chronik eroberte der Magdeburger Erzbischof Wichmann den Ort (1157) und wandelte ihn in einen deutschen Burgward um, der Zentrum einer stiftsmagdeburgischen Exklave zwischen der Mark Brandenburg (Askanier) und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg (Askanier) war. Die Exklave entwickelte sich schnell zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum. So erhielt der Ort 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. Nach dem Stadtbrand 1478 wurde der Wiederaufbau durch die Magdeburger Erzbischöfe gefördert. Jedoch forderte die Pest in den Jahren 1637 und 1639 sowie eine damit einhergehende Hungersnot erhebliche Opfer. Die Anzahl der Einwohner sank von 4.000 auf rund 300. Von 1517 an ist nachgewiesen, dass der Ablassprediger Johann Tetzel im Auftrag des Erzbischofs von Mainz an mehreren mitteldeutschen Orten auftrat, darunter in Jüterbog. Dies war ein Anlass, der zu Martin Luthers 95 Thesen führte und damit zur Reformation. Während des Dreißigjährigen Kriegs kam Jüterbog 1635 durch den Prager Frieden an Kursachsen. Am 21. November 1644 besiegten in der Schlacht bei Jüterbog die Schweden unter Lennart Torstensson die Kaiserlichen unter Matthias Gallas, die den Dänen zu Hilfe kommen wollten. Die kaiserliche Armee löste sich dabei faktisch auf. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 lag Jüterbog wie viele andere Städte darnieder und hatte seine alte Bedeutung endgültig eingebüßt. Von 1820 bis 1874 hatte sich die Einwohnerzahl auf etwa 6800 verdoppelt.
Wappen: Blasonierung: „In von Silber und Rot geteiltem Schild ein springender schwarzer Bock mit goldenen Hörnern und Klauen.“
Wappenbegründung: Das Wappen von Jüterbog veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach. Ursprünglich war das Wappentier ein schreitender Bock mit weiteren Figuren im Wappen, bis ab dem 15. Jahrhundert der springende Bock geführt wurde. Er gelangte offenbar aus dem Bestreben in das Wappen, einen Teil des Stadtnamens als Symbol zu wählen, worum sich die Sage von Jutta und ihrem Bock rankt. Doch hat der Name Jüterbogs nichts mit einem Bock zu tun, vielmehr enthält er die slawischen Wörter bog „Gott“ und jutre „Morgenröte“.

Der Abtshof war ein Wohnplatz der Stadt Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg. Der Wohnplatz lag nordöstlich des historischen Stadtzentrums und damit nördlich der Stadtkirche St. Nikolai. Seine Lage ist im 21. Jahrhundert durch den ringförmigen Straßenzug Am Abtshof erkennbar, der parallel zur Straße Planeberg verläuft. Dort befindet sich der Abtshof des Klosters Zinna.
13. bis 16. Jahrhundert: Der Wohnplatz wurde erstmals im Jahr 1365 erwähnt, als in den Akten „das huß vnd den hoff den si haben vff dem pralenberge In vnser Stad und daz huß vnd den houff den si habin vff den pralenberge In vnßer Stad“ hieß. Er war vor 1365 bis 1553 im Besitz des Klosters Zinna und bestand im Wesentlichen aus dem „Haus und Hof“ des Abtes zu Zinna, das vom Rat der Stadt Jüterbog freigegeben war und demnach keine Abgaben leisten musste. Erst 1563 erschien der Wohnplatz erneut: „Inn vnser Stadt Jutterbogk gelegen, der Abtshoff genant“. Es war nach der Reformation zu einer „freien Behausung“ geworden, die ein Braurecht besaß und dem Hofdiener Schönermark gehörte.
18. bis 20. Jahrhundert: Ein weiterer Nachweis stammt aus dem Jahr 1734. In einer Urkunde heißt es: „dum alii eum nominant montem Praelatorum, den Praelaten=Berg, propterea quod Abbatus monsterii Cinnensis ibi curtem sive domun, vulgo der Abts=Hoff citum“ (sinngemäß: „während er von manchen als Praelaten-Berg bezeichnet wird, handelte es sich um einen Hof, umgangssprachlich Abtshof genannt“). Es bestand im Jahr 1791 als Haus im dritten Viertel der Stadt Jüterbog. Im Jahr 1800 befand sich dort eine Tuchfabrik, in der im Jahr 1846 Baumwolle produziert wurde. Die Gebäude wurden im Jahr 1837 als Enklave von Jüterbog mit einem Etablissement und Maschinenspinnerei geführt. Ihre Spur verliert sich im Jahr 1858, als sie nicht mehr gesondert ausgewiesen wurde und in Jüterbog aufgegangen war.

Die Heilig-Geist-Kapelle war ein Sakralbau aus dem 12. Jahrhundert in Jüterbog, einer Kleinstadt im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg.
Der Bau der Kapelle geht auf Wichmann von Seeburg zurück, der von 1154 bis 1192 Erzbischof von Magdeburg war. Er errichtete um 1170 einen rund 20 Meter langen, 8 Meter breiten und rund 27 Meter hohen Bau aus Backstein. Der frühgotische Bau verfügte über eine Dreifenstergruppe an der Ostwand sowie einen für die Zeit typischen, mit Blenden verzierten Giebel.
Das Bauwerk diente zunächst als Krankenhauskapelle für das an die Stadtmauer angrenzende Heilig-Geist-Hospital. Wohlhabende Bürger unterstützten das Hospital, wie auch das Mönchskloster, da sie sich aus der guten Tat einen Vorteil für ihr Seelenheil versprachen. In der Zeit der Reformation nutzte der Pastor Thomas Schneidewein das Gebäude für seine Predigt – lange bevor die Stadtkirche St. Nikolai errichtet wurde. Schneidewein verschwand spurlos, nachdem er 1528 der dem Protestantismus zugeneigten dänischen Prinzessin Elisabeth, der Ehefrau des Kurfürsten Joachim I., auf der Flucht vor ihrem Ehemann seine Hilfe anbot. Der Spitalbetrieb wurde nach der Reformation im Jahr 1687 eingestellt. In den folgenden Jahrhunderten nutzte die Gemeinde das Bauwerk von 1562 bis 1707 als Kornschüttboden und ab 1838 als Kanonenschuppen. 1873 brannte das Gebäude ab und wurde zwei Jahre später abgerissen. 1883 pflanzte die Gemeinde auf dem nunmehr freien Gelände zum Gedenken an den 400. Geburtstag Martin Luthers eine Luthereiche. Seit 1928 erinnert ein Findling mit einer Gedenkplatte am Fuß des Baums an den Pastor Schneidewein. Bei Straßenbauarbeiten entdeckten Arbeiter im Sommer 2001 einen Teil des umgebenden Spitalfriedhofs.

Thomas Schneidewein und die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg:
Ein Skandal im Hause Brandenburg
Wie sehr die von Luther ausgehende religiöse Bewegung die Menschen in ihrer Zeit bewegte, zeigt sich daran, dass der Streit um die neue Lehre ganze Familien zerriss. Dies betraf auch mächtige Fürstenhäuser wie die Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg. Während Kurfürst Joachim I. (1484-1535) die Reformation ablehnte, war seine Gemahlin eine überzeugte Anhängerin Martin Luthers. Kürfürstin Elisabeth (1485-1555), eine Tochter des Königs Johann I. von Dänemark, Norwegen und Schweden (1455-1513) sowie Nichte der sächsischen Kurfürsten Friedrich III. (1463-1525 und Johann (1468-1532), war 1527 demonstrativ zum neuen Glauben übergetreten und provozierte damit einen Konflikt mit ihrem Gatten. Um einer drohenden Haft zu entgehen, floh die Kurfürstin am 24. März 1528 aus Berlin nach Torgau an den kursächsischen Hof.
Über den tatsächlichen Fluchtweg Elisabeths ist wenig bekannt. Er dürfte sie aber auch über Jüterbog geführt haben, wo sie möglicherweise kurzzeitig Aufnahme, geistlichen Beistand und Hilfe zur Weiterreise fand. Die älteren Jüterboger Chroniken verbanden diesen Aufenthalt mit einem Überfall brandenburgischer Reiter auf den Prediger Thomas Schneidewein und deuteten diesen als Racheakt des Kurfürsten an einen der Fluchthelfer seiner Frau.
Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg blieb noch lange im sächsischen Exil, wo sie von ihren wettinischen Verwandten Schloss Lichtenburg (Prettin) als Wohnsitz zugewiesen bekam. Zeitweilig trat sie hier auch in intensiven Kontakt zu Martin Luther. Erste zehn Jahre nach dem Tod ihres Gatten kehrte sie 1545 in das – inzwischen protestantische – Kurfürstentum Brandenburg zurück.
Thomas Schneidewein: Prediger oder Fluchthelfer?
Thomas Schneidewein dürfte der unsicheren Überlieferung nach einer der ersten Prediger gewesen sein, die die neue Lehre in Jüterbog vertraten. Über seine Herkunft ist nichts bekannt. Dass Martin Luther ihn als Bruder des Schössers (Verwalters) von Eisenberg bezeichnete, könnte darauf hindeuten, dass er aus Thüringen stammte. Schneidewein war vermutlich 1526 auf Veranlassung des lutherisch gesinnten Stadtrates und mit Erlaubnis des Landesherren nach Jüterbog geholt worden, wo man ihm die Kapellen des Heiliggeistspitals (innerhalb der Stadtmauer am Dammtor) und des Gertraudenspitals (nördlich der Stadt vor dem Zinnaer Tor) als Predigtorte zuwies.
In den älteren Jüterboger Chroniken wird Thomas Schneidewein unmittelbar mit der Flucht der Kurfürstin von Brandenburg im März 1528 in Zusammenhang gebracht. Demnach soll der Prediger die anonym reisende Kurfürstin kurzzeitig aufgenommen und ihr zur Weiterreise nach Sachsen verholfen haben. Damit hätte er die Rache des brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. auf sich gezogen. Ein Jahr nach der Flucht schlugen die Brandenburger zu: Am frühen Morgen eines Sonntages im März 1529 sollen Schneidewein und seine Helfer von 40 Reitern vor der Gertraudenkapelle überfallen, entführt und nach Berlin verschleppt worden sein. Das anschließende Nacheilen der aufgebrachten Jüterboger Bürger brachte ebenso wenig Erfolg wie die dringenden Nachfragen der Stadt am brandenburgischen Hof. Thomas Schneidewein und seine Gesellen blieben für immer verschwunden.

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