State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Jüterbog (Stadt)
Location of issue: Jüterbog (town) (Brandenburg / Brandenburg) Stadt
Date of issue: end of 1921, dated 1.10.1920 AD.,
Value: 80 Pfennig
Size: 99 x 62 mm
Material: paper
Watermark: Verschlungene Quadrate
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: (2)
Printer:
Obv.: .… , drei Stadttore von Jüterbog.
Rev.: …. , alter Spruch an den Stadttoren von Jüterbog.
References: Grabowski/Mehl 663.1-5/6 .
Jüterbog ist eine Kleinstadt im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg. Der Name hat eine ganze Reihe von Deutungen erfahren. Die Diskussion darüber ist letztlich immer noch nicht abgeschlossen.
Der Name der brandenburgischen Stadt Jüterbog leitet sich sehr wahrscheinlich vom altslawischen Begriff Jutrobog ab, was sich aus den Wörtern jutro (Morgen) und bog (Gott) zusammensetzt und als „Morgengott“ übersetzt werden kann. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Jahr 1007 als Iutriboc. Historiker gehen davon aus, dass der Name auf eine altslawische Kultstätte zurückgeht, die einst zu Ehren eines Gottes der Morgendämmerung errichtet wurde.
Im Volksmund kursiert eine bekannte Sage, wonach die Ratsherren gelobt haben sollen, die Stadt nach demjenigen zu benennen, der am nächsten Morgen als Erstes die Stadtgrenze passiert. Dies war angeblich eine ältere Frau namens Jutte mit ihrem Ziegenbock, woraus sich der Name Juttabock bzw. Jüterbog entwickelt haben soll. Letzteres wird von der Forschung jedoch als Mythos abgetan.
Im Jahr 1007 erwähnte erstmals Thietmar von Merseburg, der Chronist des Erzbischofes Tagino von Magdeburg, die dörfliche Siedlung mit Burgwall als „Jutriboc“. Anderthalb Jahrhunderte nach Thietmars Chronik eroberte der Magdeburger Erzbischof Wichmann den Ort (1157) und wandelte ihn in einen deutschen Burgward um, der Zentrum einer stiftsmagdeburgischen Exklave zwischen der Mark Brandenburg (Askanier) und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg (Askanier) war. Die Exklave entwickelte sich schnell zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum. So erhielt der Ort 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. Nach dem Stadtbrand 1478 wurde der Wiederaufbau durch die Magdeburger Erzbischöfe gefördert. Jedoch forderte die Pest in den Jahren 1637 und 1639 sowie eine damit einhergehende Hungersnot erhebliche Opfer. Die Anzahl der Einwohner sank von 4.000 auf rund 300. Von 1517 an ist nachgewiesen, dass der Ablassprediger Johann Tetzel im Auftrag des Erzbischofs von Mainz an mehreren mitteldeutschen Orten auftrat, darunter in Jüterbog. Dies war ein Anlass, der zu Martin Luthers 95 Thesen führte und damit zur Reformation. Während des Dreißigjährigen Kriegs kam Jüterbog 1635 durch den Prager Frieden an Kursachsen. Am 21. November 1644 besiegten in der Schlacht bei Jüterbog die Schweden unter Lennart Torstensson die Kaiserlichen unter Matthias Gallas, die den Dänen zu Hilfe kommen wollten. Die kaiserliche Armee löste sich dabei faktisch auf. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 lag Jüterbog wie viele andere Städte darnieder und hatte seine alte Bedeutung endgültig eingebüßt. Von 1820 bis 1874 hatte sich die Einwohnerzahl auf etwa 6800 verdoppelt.
Wappen: Blasonierung: „In von Silber und Rot geteiltem Schild ein springender schwarzer Bock mit goldenen Hörnern und Klauen.“
Wappenbegründung: Das Wappen von Jüterbog veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach. Ursprünglich war das Wappentier ein schreitender Bock mit weiteren Figuren im Wappen, bis ab dem 15. Jahrhundert der springende Bock geführt wurde. Er gelangte offenbar aus dem Bestreben in das Wappen, einen Teil des Stadtnamens als Symbol zu wählen, worum sich die Sage von Jutta und ihrem Bock rankt. Doch hat der Name Jüterbogs nichts mit einem Bock zu tun, vielmehr enthält er die slawischen Wörter bog „Gott“ und jutre „Morgenröte“.
Die Stadtbefestigung Jüterbog war eine Ummauerung der Altstadt von Jüterbog. Andere Ortsteile der Stadt Jüterbog lagen nicht innerhalb der Stadtbefestigung. Zur Stadtbefestigung gehören die Mauer, Weichhäuser, Türme, Basteien und drei Toranlagen. Schon 1855 wurde bei einer Erhebung die Stadtbefestigung als Denkmal genannt, auch heute noch sind die bestehenden Teile denkmalgeschützt. In der Mauer befanden sich drei Toranlagen. Diese bestanden aus Innentor, Außentor und einem Zwinger. Es handelt sich um das Dammtor im Westen, das Zinnaer Tor im Norden und um das Neumarkttor im Osten.
An dem Zinnaer Tor hängt noch heute die Jüterboger Keule und eine Tafel. Auf der Tafel steht: „Wer seinen Kindern giebt das Brodt und leidet nachmals selber Noth, den schlage man mit der Keule todt“. Über die Bedeutung gibt es nur Mutmaßungen. Die Jüterboger Keule befand sich bei allen drei Toren.