1921 AD., Germany, Weimar Republic, Oldisleben (municipality), Notgeld, combined obverses collector series issue, cf. Grabowski/Mehl 1022.1a-1-10. Combined obverses
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State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Oldisleben (municipality)
Location of issue: Oldisleben (municipality) (PrSTh / Th) Gemeinde
Date of issue: 5.8.1921 AD.,
Value: 10 x 50 Pfennig
Size: combined 126 x 68 mm, each single bill ca. 88 x 68 mm
Material: paper
Watermark: -
Serial : -
Serial no. : -
Signature: (1)
Printer: Karl Naumburg, Kindelbrück
Obv.: unterschiedliche Motive, schwarzer Text, letters from two text lines “Sie umfliegen / noch den Berg“ at left. Municipality seal dated 1575 left below.
Rev.: … , unterschiedliche Motive.
References: Grabowski/Mehl 1022.1a-1-10 .
Oldisleben ist ein Ortsteil der Stadt und Landgemeinde An der Schmücke im thüringischen Kyffhäuserkreis. Oldisleben ist aus einem Marktflecken entstanden und liegt an der Unstrut. Einwohner: 2196 (31. Dez. 2017).
Die erste urkundliche Erwähnung von Oldisleben geht auf die Gründung eines Benediktinerklosters durch Kunigunde von Weimar-Orlamünde, die Erbin der Grafschaft Beichlingen und Ehefrau des Kuno von Northeim, im Jahr 1089 zurück. Der Name tauchte erstmals im Jahr 1101 als Adesleven auf. Auf Grund des angesehenen und reichen Klosters entwickelte sich der Ort zum Marktflecken. Durch den Naumburger Vertrag trat der albertinische Kurfürst August von Sachsen im Jahr 1554 u. a. das aufgelöste Kloster Oldisleben und das benachbarte Amt Sachsenburg an die Ernestiner ab. 1732 wurde der Senioratsorden gestiftet, das Senioratsverhältnis wurde 1821 durch den Arnstädter Hausvertrag aufgehoben und das Amt Oldisleben dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zugeeignet.
Bergbaugeschichte: Die beiden stillgelegten Schächte des Kaliwerkes Gewerkschaft Großherzog Wilhelm Ernst liegen unmittelbar westlich von Oldisleben (vergleiche untenstehenden Lageplan). Sie befinden sich auf dem einstigen Gebiet der „Exklave Oldisleben“. Am 9. Dezember 1905 wurde mit dem Abteufen des Schachtes Großherzog Wilhelm Ernst I (auch als Schacht Möllendorf bezeichnet) begonnen, seine Endteufe mit 595 m erreichte man nach drei Jahren. Die zweite Schachtanlage, Schacht Großherzog Wilhelm Ernst II (auch Schacht Hainthal genannt) liegt ca. 1325 m westlich vom Schacht I. Mit seinem Abteufen begann man erst sieben Jahre später, am 6. November 1912. Seine Endteufe mit 621 m erreichte man Anfang 1914. Die Gewinnung von Carnallitit und Hartsalz erfolgte ab 1908. Das bergmännische Abbauverfahren war das Kammerbau-Verfahren. Die Verarbeitung der geförderten Salze erfolgte in der gewerkschaftseigenen Kalifabrik, zu der eine Seilbahn führte. Im Jahre 1922 wurde die Schachtanlage Großherzog Wilhelm Ernst gemäß § 83a der Stilllegungsverordnung stillgelegt.
Das um 1575 entstandene Siegel der Gemeinde Oldisleben zeigt traditionell einen Heiligen, oft im Zusammenhang mit der früheren klösterlichen Bedeutung (Benediktinerkloster Oldisleben). Im Jahr 1575 fand die Säkularisierung der ehemaligen Klostergüter in Oldisleben statt, woraufhin diese in weltlichen Besitz übergingen. Aus Anlass dieses Übergangs wurde ein neues Gemeindesiegel angefertigt.
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Thomas Müntzer (auch Münzer; * um 1489 in Stolberg (Harz) , Grafschaft Stolberg; † 27. Mai 1525 bei Mühlhausen, Freie Reichsstadt) war ein Theologe, Reformator, Drucker und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges.
Müntzer war als Priester zunächst ein engagierter Anhänger und Bewunderer Martin Luthers. Allerdings richtete sich sein Widerstand nicht nur gegen die vom Papsttum beherrschte geistliche Obrigkeit, sondern auch gegen die ständisch geprägte weltliche Ordnung. Wegen Müntzers radikaler sozialrevolutionärer Bestrebungen und seiner spiritualistischen Theologie, die sich in vielen kämpferischen Texten und Predigten niederschlugen, distanzierte sich Luther zu Beginn des Bauernkrieges von ihm.
Im Gegensatz zu Luther stand Müntzer für die gewaltsame Befreiung der Bauern und betätigte sich in Mühlhausen/Thüringen, wo er Pfarrer in der Marienkirche war, als Agitator und Förderer der Aufstände. Dort versuchte er, seine Vorstellungen einer gerechten Gesellschaftsordnung umzusetzen: Privilegien wurden aufgehoben, Klöster aufgelöst, Räume für Obdachlose geschaffen, eine Armenspeisung eingerichtet. Schließlich scheiterten seine Bestrebungen, als Bauernführer verschiedene Thüringer Freibauern zu vereinigen, an der Strategie des Adels. Nach der Schlacht bei Frankenhausen wurde er am 15. Mai 1525 gefangen genommen. Er wurde gefoltert und am 27. Mai 1525 öffentlich enthauptet.
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Die Kyffhäusersage:
Der Kyffhäuser ist der zentrale Punkt einer Sage der Bergentrückung, in der sich der über Jahrhunderte populäre Volksglaube an die Rückkehr eines Friedenskaisers ausdrückt. Nach dieser Sage schläft in einer Höhle des Kyffhäuserbergs der Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, mitsamt seinen Getreuen, um eines Tages zu erwachen, das Reich zu retten und es wieder zu neuer Herrlichkeit zu führen.
Während er schläft, wächst sein Bart um einen Steintisch. Bis jetzt reicht er zweimal herum und wenn die dritte Runde beendet ist, beginnt das Ende der Welt. Alle hundert Jahre wacht der Kaiser auf, und wenn dann noch immer Raben um den Berg kreisen, schläft er für ein weiteres Jahrhundert. Sobald er erwacht, reitet er zum Walserfeld, wo der vertrocknete Walser Birnbaum, an welchen der Kurfürst von Bayern seinen Wappenschild hängt, wieder erblüht. Dort schlägt er die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse, welche (hoffentlich) das Gute gewinnt. Doch wenn das „Böse“ gewinnt, wird es, laut der Sage, Feuer regnen, und die Reiter der Hölle werden dem Boden entsteigen und die Seelen aller sammeln.
In der Barbarossahöhle sollen Besucher mit viel Vorstellungsvermögen den Kaiser sehen können, wie er auf einer Bank sitzt und schläft. Sein roter Bart sei schon durch den steinernen Tisch gewachsen. Bis zum 16. Jahrhundert nahm nicht Barbarossa, sondern Kaiser Friedrich II. die Rolle des schlafenden Kaisers in der Sage ein, später auch Karl der Große. Vor allem im Mittelalter gab es immer wieder Hochstapler, die sich als auferstandener Kaiser ausgaben und viele damit täuschten. Das vielleicht bekannteste Beispiel hierfür ist Tile Kolup.
Johannes Praetorius und Johann Georg Leuckfeld erwähnten die Sage vom Kaiser Friedrich Barbarossa im Kyffhäusergebirge am Ende des 17. bzw. zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einigen ihrer Bücher. Weitere überregionale Verbreitung fand die Sage jedoch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die Schriften der beiden ortskundigen Schriftsteller Georg Henning Behrens und Johann Gottfried Gregorii alias Melissantes. Diese ausführlichen Fassungen waren den Brüdern Grimm für ihre Sammlung deutscher Sagen im Jahr 1816 genauso wie einigen Dichtern der Romantik bestens bekannt.
Besonders im 19. Jahrhundert wurden mit der Sage auch aktuelle politische Forderungen verknüpft. Vor der deutschen Einigung 1871 hegten viele Deutsche den Wunsch nach einem Nationalstaat, wie er nach damaliger Auffassung zu Zeiten Friedrichs I. existierte.
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